Normung und Standardisierung ist im EUMONIS-Vorhaben von strategischer Bedeutung, da dadurch der Wissens- und Technologietransfer von der Forschung in die Wirtschaft effektiv und zeitnah erfolgt und Forschungsergebnisse somit nachhaltig verwertet werden können. Die in EUMONIS gewonnenen Ergebnisse werden im Rahmen der Erstellung von sog. DIN-Spezifikationen aufbereitet, veröffentlicht und somit für weitere Interessierte außerhalb des Konsortiums verfüg- und nutzbar gemacht.

Folgende DIN-Spezifikationen werden momentan entwickelt:

DIN SPEC 91303
Bestandteile und Struktur einer Lebenslaufakte für Erneuerbare-Energie-Anlagen

Die Anlagendokumentation bildet eine wesentliche Grundlage der Betriebsführung und Instandhaltung von Erneuerbare-Energie-Anlagen. Momentan unterliegen die Inhalte der Lebenslaufakte keinem einheitlichen Schema, so dass eine einheitliche Interpretation von Daten durch die individuellen Sichtweisen der unterschiedlichen Akteure behindert wird.

Ziel dieses Standardisierungsvorhabens ist die einheitliche Definition der Bestandteile einer Lebenslaufakte für Erneuerbare-Energie-Anlagen. Dies bildet die Grundlage für die IT-gestützte Lebenslaufakte - eine wesentliche Voraussetzung für weiterführende Prozessverbesserungen beim Betrieb und der Instandhaltung von Erneuerbare-Energie-Anlagen. Basierend auf Standards und Normen der Branche werden relevante Informationsobjekte identifiziert, deren Attribute beschrieben und in Form eines Datenmodells miteinander in Beziehung gesetzt. Das Modell benennt zudem Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen für die Erstellung, Änderung und Löschung von Einträgen in der Lebenslaufakte.

DIN SPEC 91310
Klassifikation von Dienstleistungen für die Instandhaltung und technische Betriebsführung von Erneuerbare-Energie-Anlagen

Im Bereich der Instandhaltung und technischen Betriebsführung präsentieren die Anbieter in der Branche Erneuerbare-Energie ihre Portfolien auf verschiedene Weise am Markt. Dadurch wird aus Kundensicht die Vergleichbarkeit von Anbietern beeinträchtigt, was zu intransparenten Prozessen bei der Angebotserstellung, Abrechnung oder Auswertungen führt.

 Ziel dieses Standardisierungsvorhabens ist die Beschreibung eines Klassifikationsschemas für Dienstleistungen der Instandhaltung und technischen Betriebsführung von Erneuerbare-Energie-Anlagen.  Zusätzlich sollen die einzelnen Dienstleistungen beschrieben und eindeutig definiert werden, um diese in der Praxis transparent nutzen zu können. Für ein einheitliches Verständnis von diesen Dienstleistungen werden diese anhand definierter Merkmale beschrieben.

DIN SPEC 91312
Datenaustausch für Erneuerbare-Energie-Anlagen auf Basis eines standardisierten Datenmodells und Schnittstellenspezifikationen

Um die stetig ansteigenden Anforderungen für den effizienten Betrieb von Energieerzeugungsanlagen erfüllen zu können, werden von den Komponentenlieferanten, Anlagenherstellern, Energieparkbetreibern, Netzbetreibern und externen Dienstleistern modernste Techniken verwendet.

Ziel dieses Standardisierungsvorhabens ist die Beschreibung der Datenstrukturen für den Datenaustausch, um eine Kommunikation zwischen Softwareapplikationen aus den Bereichen Technische Betriebsführung, Instandhaltungsplanung und Auftragsabwicklung von Erneuerbare-Energie-Anlagen zu ermöglichen. Es werden, soweit es möglich ist, vorhandene Normen wie z. B. die DIN EN 61850 und DIN EN bzw. IEC 61400-25 für Betriebsdaten oder das Kennzeichensystem RDS-PP für Komponentendaten verwendet und um entsprechende Zusatzinformationen erweitert. Das zugrundeliegende Datenmodell wurde im Rahmen des Forschungsprojektes EUMONIS entwickelt.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Alexandra Engelt
Projektmanagerin

DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Telefon: +49 30 2601-2932
Fax: +49 30 2601-42932
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